Die Ehtik des Schreibens

  1. Home
  2. /
  3. gute Texte
  4. /
  5. Die Ehtik des Schreibens
Unsere Sprache kann man ansehen als eine alte Stadt: Ein Gewinkel von Gässchen und Plätzen, alten und neuen Häusern mit Zubauten aus verschiedenen Zeiten: und dies umgeben von einer Menge Vororte mit geraden und regelmäßigen Straßen und mit einförmigen Häusern
Wittgenstein
.Die Sprache ist wie eine große Stadt. Mit modernen Neubauten, einem Viertel aus der Gründerzeit, mit einer Altstadt – die auch hier und dort verfällt – wenn man sich nicht um sie sorgt. Eine Stadt mit verwinkelten Straßen, deren Namen langsam der Erinnerung entgleiten und ein besetztes Haus gleicht hier dem Vorhaben, Kultur in der Sprache zu erhalten. Diese Stadt verändert sich ständig. Und das ist wohl die nachdrücklichste aller Analogien, welcher dieser Vergleich hergibt. Sprache ist ein Prozess. Und als Blogger, Influencer oder Autor Social-Media-Verdräglicher Inhalte sind wir verpflichtet eben das zu berücksichtigen: Sprache ist ein Medium, welches immer ein Gegenüber voraussetzt und im Dialog der Worte nur existiert sie, die Sprache und ist in diesem Moment einer Veränderung unterworfen, welche wir verantworten. Das wertlose Konzipieren von Texten die allein der Vermarkrung eines Produktes dienen, verändern den Umgang und den Inhalt unserer Sprache, genauso wie große, vermeindlich wichtige Abhandlungen von beklannten Persönlichlkeiten unsere Sprache verändern. Das, was sich in der Sprache aber einschleicht ist eine Aufforderung. Eine zum Kauf oder eine Aufforderung zum Glauben an ein bestimmtes Philosphisches oder politisches Konzept. Daraus erwächst ein Handeln. Daraus erwächst Verantwortung.

Quelle:
Logisch-Philosophische Abhandlung (Tractatus logico-philosophicus)